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Bin ich normal? - Natürlich!
Die meisten Menschen, die sich in einen anderen Menschen des gleichen Geschlechts verlieben, fragen sich meist am Anfang ihres
Coming-outs: Woher kommen meine Gefühle? Ist Homosexualität angeboren? Auf diese Fragen gibt es zwei Antworten. Erstens: Man weiß es nicht. Zweitens: Es ist egal. Denn eins ist klar: Homosexualität ist weder "krank" noch "unnormal". Sie ist eine Lebens- und Liebesform wie jede andere auch. Sie ist genauso "natürlich" wie Heterosexualität.
Aus den USA kommen immer wieder Meldungen, Wissenschaftler hätten ein Gen gefunden, auf dem Homosexualität angeblich "gelagert" sei. Meist werden solche Nachrichten von Teilen der lesbisch-schwulen "Community" begeistert aufgenommen. Denn gäbe es ein solches Gen, wären die gleichgeschlechtlich Liebenden gewissermaßen "unschuldig" an ihrer "Veranlagung". Abgesehen davon, dass diese Untersuchungen auf den zweiten Blick oft wissenschaftlich fragwürdig sind - es gibt hier gar keine "Schuldfrage". "Was haben wir bloß falsch gemacht?" fragen sich so manche Eltern einer lesbischen Tochter. Die Antwort ist: "Nichts!"
Eine andere Theorie besagt, dass jeder Mensch eigentlich bisexuell ist, also mehr oder weniger starke Gefühle für beide Geschlechter
entwickeln kann. Wie stark das eine oder andere an die Oberfläche kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel davon, wie in einer
Gesellschaft die Geschlechterrollen verteilt sind. Wo nur "echte Kerle" und "richtige Frauen" erwünscht sind, sind Frauen, die Frauen und Männer, die Männer lieben, ein echter Störfaktor, weil sie das
Geschlechtergefüge durcheinanderbringen. Wo Frauen dagegen auch "stark" und Männer "schwach" sein dürfen, also sich die
Geschlechterrollen
angleichen - wie es in unserer Gesellschaft der Fall ist - wird es immer "natürlicher", dass sich Menschen in Menschen verlieben - egal welches
Geschlecht sie haben.
Welcher Theorie auch immer man anhängt: Homosexualität existiert - und das ist in Ordnung.
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